Glocknerkönig 05.06.2011 (27,3 KM - 1694 HM)

Bericht:

"
Gehandicapt" 1694 HM raufjagen!

Attila dem die Probleme vom Donnerstag (24h Lauf) noch in den Knochen stecken, Martin plagte eine starke Allergie und ich konnte ebenfalls durch den 24 Lauf und meinen 62 KM kaum gehen.

Aber wir wollten ihn erklimmen und (zumindest Attila und Martin) einen neuen Rekord knacken.
Ich wollte (statt in den 1. Startblock zu fahren - also unter 1:45) nur noch irgendwie hochkommen, von daher ließ ich auch meine 200g leichtere Carbonfelge zuhause.

Nun aber genug gejammert und ausreden vorbereitet...

Wir reisten schon am Samstag Vormittag an und holten unsere Startnummern und Startgeschenke ab. Es gab dieses Jahr als "kostenloses" Geschenk ein Bandana also ein "Multifunktionstuch" und einen Powerbar Riegel. Martin bekam gegen einen Aufpreis einen schönen Windbreaker.

Danach suchten wir uns einen guten Parkplatz direkt neben dem Start, wo wir auch die Nacht verbringen konnten. (zu Martins Pech direkt neben einen Heuanhänger und vielen Gräsern) 
Und wir machten uns auf den Weg für eine einstündige "Vortages-Lockerungs-Rettungs-Radltour", hier bekam ich nun wirklich große bedenken Morgen überhaupt den Berg hochzukommen, denn sobald ich Druck ausübte ging gar nichts mehr... Aber die üblichen 500g Nudeln bei der Nudelparty im Lukashansl sollten die Muskeln wieder fit machen...

Wieder zurück wollten wir uns dann eben diesen Kohlehydratberg reinschaufeln, ABER zu unserem Schrecken gab es "nur" noch einen Teller Nudeln, nicht nur das wir nicht die großen Mengen hatten sondern hauptsächlich die Vielfalt die so ein Nudelbuffet ausmacht vermissten wir, also gingen wir zur nächsten Gaststätte (es war schließlich in ganz Bruck Nudelparty) wir probierten es in 6 Wirtschaften aber alle hatten nur einen Teller, so blieben wir dann nach ca. 3 KM Fussmarsch in der Letzten hängen. Ich brauch wohl nicht zu erwähnen wie mir dieser 3KM Fussmarsch in meinem "Zustand" gefallen hat.
Hier gab es dann einen lt. Bedienung riesen Teller Spaghetti Bolognese aber anscheinend kennt die nicht die Sportler-Definition von RIESIG!!! Aber es gab noch ein Salatbufett und da holten wir uns einen Teller mit Nudelsalat und Kartoffelsalat und so hatten wir dann doch 2 Teller "Carbogeloadet" und für "nur" ca. 2 Std. Sport sollte es reichen.

Wieder am Wohnmobil zurück gab es dann 2 Gute Nacht Bier und wir gingen um ca. 21:30 Uhr schlafen.

Um 4:30 ging es dann schon los...
Frühstück, Morgentoilette, ...

Und schon standen wir um 6:45 im jeweiligen Startblock.
Ich durfte durch meine Zeit vom Vorjahr im 2. starten, dies hat den großen Vorteil man hat gleich von beginn an schnelle Fahrer die einem Windschatten geben können und weniger Gedränge.
Attila wollte daher unbedingt die 2 Std. knacken um nächstes Jahr auch dort starten zu können.

Ich verursachte erstmals lautes Gelächter als ich aufgrund meiner anschlagenen (zerstörten) Beine fast nicht auf mein Rad aufsteigen konnte, musste es schräg kippen um überhaupt raufzukommen, ein paar lachten, andere fragten was ich gemacht habe... Ich meinte nur "ich kannte die Strecke nicht und bin sie Heute um 4 Uhr schon abgefahren, war aber gemütlich glaube ich, oder ist 1:28 schnell?"

Kurz darauf gingen dann die fast 3000 angemeldeten Radler auf die 27,3KM und 1694HM von Bruck zum Fuschertörl.
Die Burschen (und Mädls) im 2. Startblock fetzten los als wäre es ein 5 KM Rennen, ich konnte überhaupt keinen Druck auf´s Pedal bringen, daher hab ich paar mal runtergeschaltet und bin mit ganz hoher Trittfrequenz gefahren (das "Schöne" war das mein Tacho, kurz vor der Startlinie "Batterie Leer" angezeigt hat und ich somit keine Geschwindigkeit, KM oder sonst was hatte)
Aber wenn ich mir die anderen so angeschaut habe die in 20er Gruppen an mir vorbeigeheizt sind, war ich wohl nicht sonderlich schnell, ich konnte mich in keinem Windschatten halten und so fuhr ich "gemütlich" rechts am Straßenrand.

Aber nach 3-4 KM wurden die Muskeln langsam warm und die ersten "Heizer" brachen ein und wurden langsamer und dann konnte ich mich gut im Windschatten halten.
Und als dann kurz nach Fusch der Anstieg nach Ferleiten begann ging es mir besser und ich konnte "Die Jagd" beginnen.

In Ferleiten fragte ich einen "Leidensgenossen" wie wir in der Zeit sind und er meinte 35 Minuten, (WOW!!! 1 Minute schneller als letztes Jahr) es konnte doch eine Zeit unter 2 Std. werden!
Die Ergebnisliste zeigte eine 33:53 also fast 3 Minuten schneller (und das trotz meiner "Trödelei")
der 2. Startblock bringt wohl doch ein paar Minuten...

Nun "aufe aufn Berg" ohne Tacho ging es sogar relativ entspannt, wobei ich immer das Gefühl hatte zu langsam zu sein, ich fragte alle paar KM (wenns mir wieder besonders langsam vorkam) "Wie schnell sind wir" und ich hörte eigentlich immer 11 oder 12 KM/h, WAHNSINN entweder die verarschen dich oder es läuft gut...

Je länger das Rennen dauerte umso besser, fitter und frischer fühlte ich mich, ca. 2 KM vor dem Ziel fragte ich mal nach der Zeit 1:40 hieß es, natürlich wusste ich nicht wo er gestartet war aber es könnte doch noch eine neue Bestzeit (2010-1:51) werden.

Aber der Wind machte es uns immer schwerer mittlerweile fuhren wir Bergauf mit vielleicht ca. 10 KMH ??? im Windschatten, es stürmte richtig hier oben.

Als ich dann ca. 500m vor dem Ziel einen überholte mit dem ich am Start einen ratsch gehalten habe (der also bei mir über die Nettozeitnahme gefahren ist) fragte ich nach der Nettozeit.
"Er meinte Du hast noch 2 Minuten..."
"Wofür"
"Ja für die 1:45" und dann gab ich richtig gas,
Ich wusste das ich ziemlich genau nach 1 Minute 30 Sekunden nach dem Startschuss über die Zeitmessung fuhr und als dann ca. 100m vor dem Ziel die 1:46:30 Brutto vorbei war, ließ ich es ausrollen...
und war so was von SAUER!!!
Ich hätte es zwar im Vorfeld überhaupt nicht erwartet, aber die paar Sekunden hätte das Carbonrad, oder eine neue Batterie im Tacho rausgerissen...
Aber egal nächstes Jahr wird dann mit fitten Beinen und Carbon und Batterie angegriffen.

Auf der Ergebnisliste hatte ich dann auch die Bestätigung 1:45:26 (Platz 363).
Neue Bestzeit aber mit "Nachgeschmack"

Ich zog mich im Ziel schnell um (der Wind war immer noch richtig kalt und stark) und machte mich auf den Weg kurz vor das Ziel, ich war gespannt ob Attila die 2:00 knackt...

Leider rutschte auch er nur ganz knapp daran vorbei. 2:02:34 (Platz 864) zeigte dann die Ergebnisliste.
Auf seinen 36:10 nach Ferleiten bekam er keinen (sondern machte) Windschatten.
Aber auch er konnte sich (wenn auch noch nicht gleich) über eine neue Bestzeit freuen und nächstes Jahr einen neuen Angriff starten. Und er wird sicher nicht mehr 3 Tage vorher an einem 24h. Teamlauf teilnehmen.

Martin hatte im Tal mit den Pollen zu kämpfen und später Probleme mit der Ernährung (hat wohl die falschen Tipps vom "gscheidn Stefan" bekommen ;-) und blieb mit seiner 2:40:08 (Platz 1779) - 12 Minuten über der Zeit vom letzten Jahr.

ABER kurze Zeit später waren doch die meisten wieder zufrieden und stolz auf ihre erzielten Leistungen und nach einem Schälchen Kaiserschmarn in der Sonne, dem Panorama und einem Gipfelbier war der Tag gerettet :-)

Nach der Chiprückgabe im Tal ging es dann mit dem "Hotel Lang" zurück...

Hier die Fotos:

Der Startblock 3 um 5 Uhr Das letzte "Feintuning"
Der Startblock 3 um 6:45 Geschafft!
Auch dieses Jahr wieder bestes Panorama 3 neue / alte Glocknerkönige



 

Strecke:
1694HM - 27,3KM
Von Bruck auf der Großglockner Hochalpenstraße zum Fuschertörl
 
Startgebühr:
36€ (1. Anmeldephase) + 5€ Chipmiete
incl. Bandana, Nudelparty, Verpflegung
 
Fazit:
2012 sind wir wieder dabei
 
Note:
1
 
Offizielle Seite:
www.glocknerkoenig.com

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