Salzburgerland - Triathlon 20.06.2010 (0,6KM - 40KM - 10KM)


Bericht:


"Tough Guy Light - Triathlon"

Tough Guy Race (Harte Kerle Rennen) ist ein englisches Hinderniskurs-Rennen das jährlich im Januar ausgetragen wird. Es wird bei Temperaturen um 0° gerobbt, getaucht, gelaufen und geklettert.
Michael und ich kamen uns kurz vor dem Startschuss so vor als hätten wir die "Light" Version dieses Rennen als Triathlon vor uns...




 

Aber von vorne:

Da unsere Firma in Werfenweng eine Hütte besitzt sind wir schon am Freitag angereist um das ganze mit einem Kurzurlaub zu verbinden.

Auf dem Hinweg bei Regenschauern das 0:1 von Deutschland gegen Serbien im Radio angehört.
Das Wetter blieb den ganzen Freitag so bescheiden, also blieb nur "Indoor-Programm"

Samstag Vormittag !!!Trockenes Wetter und 14°!!! Zeit für eine ausgiebige Bergwanderung
 
Am Nachmittag besichtigten wir die Skisprungschanzen in Bischofshofen, Respekt vor den Springern da gehört schon was dazu. Schaut im Fernsehen nicht so steil, hoch und weit aus...
 
Samstag ab 17 Uhr konnten die Startunterlagen abgeholt werden, dabei besichtigten wir schon mal die sehr schöne Schwimmstrecke am Bürgerau-See und die Wechselzone.
Den Kindern sollte am morgigen Sonntag sicher nicht langweilig werden, ein super Spielplatz direkt neben dem Schwimmausstieg.

Aber am nächsten Morgen um 7 Uhr sah es dann nicht mehr so gut aus, auf der Hütte herrschten dann 4° und das ganze bei Dauerregen und Wind. Juhu, das wird lustig, aber im Tal ist´s sicher wärmer...

Am Wettkampfort herrschten dann 8° und Dauerregen, da Michael auch gekommen ist und ich mit ihm nach dem Rennen zurückfahren konnte, schickte ich die Familie heim, denn die Zeit von 9:30 - 15 Uhr kann man besser nutzen als im Regen zu stehen.

Michael hatte die Hosen genau so voll wie ich und wir spielten sogar mit dem Gedanken es sein zu lassen. Aber ich konnte ja nicht (schon wieder) kneifen (wie beim Linz-Triathlon) also ab mit den Rädern in die "sumpfige" Wechselzone.
   

Mit 2. Badekappe "freuten" wir uns schon auf das Bad im 14° kalten See.

Aber was uns genau erwartet wussten wir noch nicht.
   
Es wurden 4 Wellen in Minutenabständen gestartet, so gab es wenig Gedränge
und da von den 400 gemeldeten Startern ca. 170 "gekniffen" haben, waren es pro Startgruppe nur ca. 60 Schwimmer.
Wir waren in der letzten Startgruppe und konnten die ersten 3 Wellen beobachten und die Reaktionen der Athleten beobachten als sie ins Wasser stiegen und das machte uns nicht gerade Mut. 
Nach kurzer Zeit ging es dann uns dran, !!! wir mussten ins Wasser !!! und es war wirklich noch kälter als erwartet, man spürte regelrecht wie die Wärme den Körper verließ. In dem Moment ging ich davon aus Brust zu schwimmen aber nach dem Startschuss ging es im Wasserballkraul los und das ging nach ca. 20 Meter in normales Kraul über. Das Gesicht und der Kopf brannten und die Atmung hechelte, aber nach ca. 100 Metern normalisierte sich alles und ich konnte halbwegs normal schwimmen.
Da die Strecke halbiert wurde, war zum Glück nach einer Runde (ca. 700 Meter) Schluss, denn die letzten Meter waren hart.

Auf den 200 Metern zur Wechselzone befreite ich mich mit gefühllosen Fingern von Neo, Badehauben und Schwimmbrille die mir aus den Händen viel und mir wertvolle Sekunden kostete, also zurück und Brille aufheben.

In der Wechselzone dann sah ich Michael vorbeihuschen wir waren fast zeitgleich aus dem Wasser.
Ich beschloss kein Risiko einzugehen und trocken auf das Rad zu steigen, nicht dass ich mich vor Roth noch erkälte. Mein Platz lag dummerweise neben einigen Zuseherinnen, Kindern und auch der Kameramann des ORF hielt voll auf mich während ich mich komplett "nackig" machte und mich in aller Ruhe gründlich abtrocknete, aber da mein Neo gefühlte 5° hatte war da ohnehin nicht mehr viel zu sehen.

Dann schön trocken, Trisuit, Pulli, Regenjacke angezogen, hingesetzt Füsse abgetrocknet, Socken an und Plastiktüten drüber (bringt gar nichts) und noch die Schuhe, dann noch eine Mütze unter dem Helm, Halstuch, ...
Ich brachte es so auf sage und schreibe 7:42 Minuten Wechselzeit1 - mit Abstand die langsamste Zeit aller Gestarteten (die schnellsten haben in 37 Sekunden und der Schnitt in ca. 2 Minuten gewechselt) - aber ich bin nicht krank geworden!
Michael konnte sich mir gegenüber einen ca. 3 minütigen Vorsprung "erwechseln".

Nun ging es auf die 40KM Radstrecke, natürlich regnete es immer noch.
Auf dem Rad war es eigentlich recht angenehm, denn ich war genau richtig angezogen, nicht zu warm und nicht zu kalt und vor allem der Oberkörper war trocken.
Jetzt durfte ich überholen und meine Wechselzeit wieder aufholen, nach ca. 15 KM gab es dann einen Anstieg von ca. 150HM zu überwinden und ich konnte als "Bergspezialist" auf die Konkurrenz wieder Zeit gut machen.
Kurz vor der Wende traf ich Michael und ich hatte nur noch ca. 2 Minuten Rückstand, aber das nahm Michael als Motivation und trat ab da voll in die Pedale und konnte mit einer super Radzeit auf der 2. Streckenhälfte seinen Vorsprung auf mich wieder weiter ausbauen.

Der 2. Wechsel ging nun auch etwas schneller über die Bühne aber meine Füße waren fast vollkommen gefühllos und es fühlte sich so an als hätte ich Pedalplatten an den Laufschuhen.
Aber das Laufen ist ja "meine Disziplin" und ich konnte viele Plätze gut machen.
Michael zeigte nun nach dem hervorragenden Radabschnitt auch beim Laufen eine tolle Leistung und so holte ich ihn erst nach über 6 KM ein.
Auf der teils leicht hügeligen Laufstrecke waren alle KM markiert und man wusste es sich gut einzuteilen, aber die letzten KM wurden zunehmend härter und nach einer Runde um den Bürgerau-See waren wir dann im Ziel.

Hier die Zeiten:
Stefan
Gesamt 2:17:22 - Schwimmen 15:40 - Wechsel1 7:42 - Rad 1:09:32 - Wechsel2 2:01 - Lauf 42:25
Platz 158 (von 221 Finishern)

Michael
Gesamt 2:20:39 - Schwimmen 16:01 - Wechsel1 3:53 - Rad 1:09:34 - Wechsel2 1:35 - Lauf 49:34
Platz 171 (von 221 Finishern)

Nach einer guten Verpflegung Obst, Kuchen, kalte und warme Getränke, ...
wurde in uns (durchnässt und frierend) der Ruf nach einer heißen Dusche immer lauter, also schnell die Räder und das Gepäck aus der Wechselzone und ins Auto.
Nach kurzem Verlaufen endlich in der Turnhalle, aber schon in der Umkleide hörte man Schreie und Flüche aus der Dusche und unsere Befürchtung wurde dann unter der Dusche harte Realität, das Wasser war eiskalt und hatte Seetemperatur.

Aber die anschließende professionelle Massage in der Schulturnhalle vom Team Vita Club machte dann allen Ärger wieder weg, es war eine sehr lange und hervorragende Massage!

Nun ging es nach erneuter Verpflegung im Zielbereich entspannt auf den Heimweg.

 
Strecke:
Schwimmen: "Normal" 2 Runden (1,5KM) im schönen Bürgerau-See, bei uns auf 1 Runde reduziert
Rad: Wendestrecke 40KM (lt. Tacho 36,8KM), Kuchl, Golling, Anstieg Eselreitberg (150 HM)
Laufen: leicht welliger Rundkurs (einzelne KM markiert)
 
Startgebühr:
45 € incl. Funktionslangarmshirt und gutem Zielbufett (Obst, Kuchen)
 
Fazit:
Ein wirklich schöner Triathlon, aber leider grausiges Wetter
Hoffentlich wird´s nächstes Jahr besser.
Wir werden wieder kommen.
 
Note:
2
 
Offizielle Seite:
http://www.salzburgerlandtriathlon.at

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